Drei Punkte hätten die Adler gegen den unmittelbaren Gegner Fassa gebraucht, geworden ist es ein einziger. Das wird zu wenig gewesen sein, um noch an die Pre-Play-offs zu denken.

Es war Trainer Charles Franzén, der das Duell gegen die Fassa Falcons – aus gutem Grund – zum „Do-or-Die-Game“ ausgerufen hat und letztendlich sind die Adler gefallen – 3:4 nach Verlängerung hieß es nach 63 Minuten. Und dabei sah es bis Minute 59:30 ganz danach aus, als ob man den unmittelbaren Konkurrenten um Platz 12 die immens wichtigen drei Punkte abknöpfen könnte – die Hausherren führten 3:2. Doch dann rettete Martin Castlunger seine Falken, deren Torhüter seinen Kasten bereits verlassen hatte, in die Overtime.

Bis dahin sahen die (wenigen) Anwesenden im Sportpark und die Fans vor dem Stream einen überraschenden Spielverlauf. Kitzbühel übte sich in Geduld und wartete ab, Fassa machte das Spiel. Nur im Mittelabschnitt war die Schussstatistik ausgeglichen, nach den ersten 20 Minuten hieß es 4:10, nach dem Schlussdrittel 8:14. Trotzdem gingen die Adler dreimal in Führung. In Minute sieben war es Mike Johansson, der Fassa-Goalie Carl Ljung tunnelte und über das 1:0 jubeln durfte. In Minute 25 stellte Fabian Ranftl sehenswert auf 2:1 – und das mitten in einer Drangphase der Gäste. Die Riesenchance auf das 3:1 kurz darauf ließ Patrick Bolterle liegen – er vergab einen Penalty. Dass Fassa mit einem 2:2 in die Pause ging, war aber nicht unverdient. Die Italiener trafen im zweiten Drittel zweimal Aluminium.

Den dritten Abschnitt legte Kitzbühel offensiver an und wurde dafür bereits in Minute 46 belohnt: Philipp Maurer brachte den Puck aus sehr spitzem Winkel im Kasten unter. Die 3:2-Führung hielt – wie eingangs erwähnt – bis Minute 59:30, dann hatte Fassas Martin Castlunger seinen Auftritt. Den Sieg nun nach der Overtime einzufahren, hätte den Adlern immerhin noch zwei Punkte gebracht, aber auch daraus wurde nichts. Nach drei Minuten in der Verlängerung jubelte Fassa.

Ein Nackenschlag für Kitzbühels Adler. Der Einzug in die Pre-Play-offs bleibt sechs Runden vor dem Ende zwar rechnerisch möglich, sportlich aber wenig realistisch. Trainer Charles Franzén sagte kurz nach Abpfiff: „Ich bin enttäuscht, verärgert und mir tun die Burschen leid. Jeder hat bis zum Schluss gekämpft und ich habe gehofft, dass wir das 3:2 halten können. In der Overtime bei drei gegen drei kann schließlich immer alles passieren.“ Schuldzuweisung sei es keine, aber einen Faktor wollte der Schwede nicht unerwähnt lassen:

„Die Schiedsrichter waren an unserer Niederlage definitiv nicht schuld, aber es war traurig mitanzusehen, wie sie gepfiffen haben. Wir hatten kein einziges Powerplay! Die Refs haben einige Situationen nicht gesehen und ich hatte den Eindruck, als ob sie heute nicht ganz bei der Sache gewesen wären“, hält Charles Franzén fest. Kapitän Christopher Feix machte es kurz: „Unter dem Strich war es wieder zu wenig.“

Sechs Runden stehen für die Adler bis 18. März noch auf dem Programm, drei Auswärts- und drei Heimspiele. Am Donnerstag geht es nach Cortina.

Text/Bild: alpinguin / KEC