Nach über 30 Jahren konnte in Ehrwald wieder ein Meistertitel gefeiert werden – die Zugspitz Scorpions sicherten sich im Gebietsligafinale gegen die Kufstein Dragons im vollbesetzten Gaisbachstadion einen knappen 5:4 Erfolg und holten somit den Pott ins Außerfern.

Sportclubobmann und „The Voice“ im Stadion Markus Köck war nach dem Spiel total aus dem Häuschen: „Sensationell, was die Truppe vom Schneeberger Philip da geleistet hat, Hut ab! So schön kann Eishockey sein“. Und ein eingefleischter SPG-Fan meinte beim Bierl nach dem Spiel zufrieden, „Ein Hitchcock Krimi is ein Lercherlschas dagegen, was die Buam da heute abgeliefert haben is Eishockey vom Feinsten. Die Mannschaft hat sich den Meistertitel verdient“.

Der Sieg war knapp, aber mehr als verdient. Die Kufsteiner waren gekommen um zu siegen. Schon nach zwei Minuten stand es auch 1:0 für die Dragons. Aber das Gaisbachstadion war gefüllt mit kampferprobten Fans, knapp 600 Zuschauer wollten einen Sieg ihrer Scorpions sehen. Der „sechste Mann“ auf der Tribüne trieb die Cracks zur Höchstleistung an. Und dann in Minute zwölf ein Doppelschlag der Scorpions: zuerst netzte Marco Wilhelm ein und es stand 1:1. In derselben Minute legte Luca Jozwowski nach und stellte auf 2:1. Die Kufsteiner steckten aber nicht auf, Wilhelm glich zum 2:2 aus. Knapp vor Drittelende gelang dem Ehrwalder Wilhelm, dem Marco Wilhelm sein zweiter Treffer an dem Abend und die SPG ging mit einer 3:2 Führung in die Pause.

Im zweiten Drittel gelang Dalpiaz dann der Ausgleichstreffer für die Kufsteiner, ehe Martin Wilhelm die Scorpions erneut mit 4:3 in Führung brachte. Mit der knappen Führung ging es in die Kabinen
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Beim Pausenglühwein meinten alte Eishockeyexperten: „Wenn die Burschen jetzt nicht gewaltig zulegen, ist das Spiel noch nicht gewonnen. Die Kufsteiner haben sicher noch was im Köcher“. Aber gleich zu Beginn des Schlussdrittels erfüllte Daniel Fischnaller den ersehnten Wunsch des heimischen Publikums und erhöhte auf 5:3. Die Dragons steckten auch da noch nicht auf, Dalpiaz setzte nach und verkürzte auf 5:4. In der Schlussminute nahmen die Kufsteiner den Goalie vom Eis und drückten mit sechs Mann auf den Ausgleich. In dieser schwierigen Phase zeigten die Schützlinge von Erfolgstrainer Philip Schneeberger noch einmal, was sie im Verlauf dieser Meisterschaft gelernt haben: Sie hielten dem Druck der Festunsgstädter stand und brachten den knappen aber mehr als verdienten Sieg über die Runden.

Ein sichtlich zufriedener SPG-Stürmer Daniel Fischnaller meinte nach dem Schlusspfiff: „Mein Bruder im Tor (Maximilian) war vor dem Spiel schon eher ein wenig nervös. Vor so vielen Zuschauern hat der noch nie gespielt. Es war ein herrliches Spiel“. Und Spielertrainer Philip Schneeberger meinte mit einem Augenzwinkern: „Ich hab ja immer schon gewusst, dass ich als Trainer gut bin. Aber im Ernst, Gratulation an die Jungs, die im entscheidenden Moment das Geforderte knallhart umgesetzt haben. Da ist im Verlauf der Meisterschaft eine Mannschaft zusammengewachsen, die hat Potenzial“. Und vor dem Stadion, beim Beladen des Busses für die Heimreise resümiert der Coach der Kufsteiner: „Kompliment, das Finale habt ihr verdient gewonnen“. 

Text/Bild © ZSC – Günther Weber

Auch TirolHockey gratuliert dem neuen Meister zum Titel und den Kufstein Dragons zum tollen zweiten Platz.